Maschinenbauer setzen auf Eqipment-as-a-Service als Zukunftsmodell
Im Zuge der fortschreitenden Servitization im Maschinen- und Anlagenbau setzen Entscheider der deutschen Fertigungsindustrie verstärkt auf Equipment-as-a-Service (EaaS) als zukunftsfähiges Vertriebs- und Geschäftsmodell. Das verdeutlicht die veröffentlichte Studie des IIoT-Unternehmens Relayr, in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Forsa. Maschinenbauunternehmen, die sich bereits mit EaaS befassen, entscheiden sich mit einer Mehrheit für eine Umsetzung des Modells (80%). Mehr als die Hälfte (61%) der Maschinenbauer, die aktuell ein EaaS-Modell entwickeln, plant den Entwicklungsstart schon innerhalb der kommenden zwölf Monate. Drei Viertel aller Befragten sind dabei auf die Unterstützung externer Partner angewiesen.

Technik auf dem neusten Stand

Für die potenziellen Nutzer von EaaS-Modellen ist ebenfalls eine ganze Reihe von Vorteilen relevant. Einer der wichtigsten Anreize ist es für 24%, das Equipment mithilfe von EaaS stets auf dem neusten Stand der Technik zu halten. Fast genauso wichtig sind für diese Gruppe die Möglichkeit Predictive Maintenance und Condition Monitoring sowie der Umstand, dass das operative Risiko weitgehend beim Maschinenanbieter verbleibt (je 23%). Auch das Vermeiden größerer Kapitalinvestitionen und die Uptime-Garantien im Rahmen von EaaS sind reizvolle Faktoren (je 21%).

Blick in die Zukunft

Auf Seite der potenziellen Anbieter von EaaS-Modellen gibt beinahe die Hälfte (45%) der Befragten an, bereits über einen angemessenen Grad der Digitalisierung der Maschinen zu verfügen. 61% von ihnen planen die Umsetzung bereits in den nächsten 12 Monaten. Auf Nutzerseite erwägen sogar 63% in den nächsten 12 Monaten auf ein EaaS-Modell umzusteigen. Allerdings äußern beide Seiten Bedarf an Unterstützung in dieser Umstellung auf mehreren Ebenen. Während die Finanzierung für die potenziellen Anbieter das geringste Problem darzustellen scheint (29%), wünschen sich 36% eine Versicherung für das geschäftliche und operative Risiko. 41% benötigen Unterstützung bei der Entwicklung von Condition-Monitoring- und Predictive Maintenance-Systemen, 42% bei der Generierung von

Echtzeitdaten der Maschinennutzung

Auch aufseiten der Maschinennutzer kündigt sich eine steigende Nachfrage nach EaaS an. Viele von ihnen haben Bedarf an mehr Knowhow, 37% benötigen zudem Unterstützung bei der Anpassung ihrer IT-Infrastruktur und Datenarchitektur. Der Wert der Kenntnis von Voraussetzungen, Funktionsweise und Umsetzung von EaaS-Modellen wird in naher Zukunft merklich steigen.

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