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Digitale Instandhaltung in der Produktion
Weniger Stillstand, bessere Daten, mehr Transparenz
Bei Digitalisierungsprojekten wird die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen oft noch vernachlässigt oder zurückgestellt. Im Fokus stehen die Kernprozesse - also die Produktion selbst. Dabei verursachen Stillstände hohe Kosten, egal ob geplant oder ungeplant. Deswegen gilt es, Arbeitsunterbrechungen so kurz wie möglich zu halten. Dabei hilft eine passende Instandhaltungsstrategie mit korrektiven und präventiven Maßnahmen. Eine Software für die mobile Instandhaltung unterstützt Instandhalter vor Ort mit Informationen, erleichtert die Dokumentation und kann zur Datenqualität beitragen. Instandhaltungsplaner erhalten mit einem Tool zur Einsatzplanung mehr Transparenz in Echtzeit über die Aufträge und die Auslastung der Mitarbeiter.
Bild: ©Gorodenkoff/shutterstock.com

Viele produzierende Unternehmen konzentrieren sich heute noch auf die korrektive Instandsetzung ihrer Anlagen und nehmen nur unbedingt nötige Wartungen vor. Präventive Maßnahmen reduzieren das Ausfallrisiko von Anlagen jedoch deutlich und erhöhen die Lebensdauer von Maschinen. Dabei unterscheidet man drei Strategien:

  • Präventive oder geplante Instandhaltung: Der Techniker nimmt hierbei Instandhaltungsmaßnahmen nach einem bestimmten Turnus vor, unabhängig vom Abnutzungsgrad der Anlage. Das kann z.B. der Austausch von Maschinenöl nach einem bestimmten Zeitraum sein. Der Fokus dieser Strategie liegt darauf, die Lebensdauer und Verfügbarkeit von Anlagen zu steigern. Dafür fallen allerdings höhere Kosten an, da auch Teile ersetzt werden, die das Ende ihres Lebenszyklus noch nicht erreicht haben.
  • Zustandsabhängige oder zustandsorientierte Instandhaltung: Der Techniker überprüft den Zustand einer Anlage regelmäßig und vergleicht den Ist-Zustand mit dem Soll-Zustand. Bei Abweichungen kann er eine Maßnahmen durchführen, bevor es zum Ausfall einer Maschine kommt. Da bei diesem Ansatz nur Teile ersetzt oder repariert werden, wenn es wirklich erforderlich ist, ist er deutlich kostensparender. Auch eine dauerhafte Überprüfung durch Sensoren (Condition Based Monitoring) ist möglich. Der Nachteil dieser Strategie liegt im hohen Aufwand der ständigen Überprüfungen.
  • Vorausschauende oder proaktive Instandhaltung (Predictive Maintenance): Anlagen und Maschinen liefern Mess- und Produktionsdaten, aus denen sich Ableitungen für Wartungen treffen lassen. Dafür müssen die Anlagen und Maschinen zum einen mit entsprechenden Sensoren ausgestattet sowie mit dem Internet verbunden sein, um die Daten zur Auswertung an den Serviceverantwortlichen zu senden. Falls keine Remote-Wartung möglich ist, führt der Techniker die Maßnahmen vor Ort durch.

Welcher Ansatz für ein Unternehmen der richtige ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Field Service Management Software und mobile Lösungen erleichtern jedoch die Planung und Umsetzung von allen Instandhaltungsstrategien. Mit einem Tool zur Einsatzplanung lassen sich Maßnahmen für die präventive Instandhaltung so kalkulieren, dass sie den laufenden Betrieb so wenig wie möglich beeinträchtigen. Mobile Lösungen und Apps unterstützen den Techniker vor Ort mit Informationen zu den Anlagen bzw. bei der Dokumentation.

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– Bild: ©Pressmaster/shutterstock.com

Herausforderungen der Instandhaltung

Unternehmen, die ihre Produktionsanlagen noch ohne eine Software zur Einsatzplanung und mobilen Instandhaltung betreiben, müssen einige Herausforderungen meistern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

  • Schlechte Datenqualität: Unternehmen ohne eine Software zur mobilen Instandhaltung in der Produktion leiden meist unter einer schlechten Datenqualität, was die Gründe, Art und Dauer der Ausfälle von Anlagen sowie deren Behebung und Auslastung der Instandhalter betrifft. Eine Dokumentation der Instandsetzung erfolgt – wenn überhaupt – papierbasiert und ist fehleranfällig.
  • Aufwändige und fehleranfällige Nachbearbeitung: Die manuelle Übertragung der Daten vom Papier ins ERP-System kostet viel Zeit. Wichtige Informationen, etwa zum verbrauchten Material, können verloren gehen. Bei der jährlichen Inventur ist somit schlecht nachvollziehbar, warum bestimmte Teile häufiger verbraucht wurden als andere.
  • Fehlende Transparenz: Durch die schlechte Datenqualität fehlt dem Management die Basis für eine korrekte Bewertung der aktuellen Situation und eine bedarfsgerechte, zukünftige Planung. Meist fehlen auch Informationen über die tatsächlichen Kosten, was die Anlagen und deren Materialverbrauch betrifft.
  • Ungeplante Stillstände von Anlagen verursachen hohe Kosten. Doch auch für Wartungen muss sehr genau im Voraus geplant werden, wann und wie lange eine Maschine aus der Produktion genommen wird. Deswegen ist es sinnvoll, möglichst alle anstehenden Wartungen zusammenzufassen.
  • Ungewisser Ersatzteilbestand: Ein fehlendes Ersatzteil kann zu längeren Stillstandszeiten von Produktionsanlagen führen. Ein korrekter, aktueller Ersatzteilbestand ist deswegen essenziell für die Produktion. Ohne eine mobile Lösung kann es sein, dass der Instandhalter umsonst ins Lager läuft, um das passende Ersatzteil zu finden.
  • Korrektive Instandhaltung im Fokus: Der Großteil der Aufträge sind Instandsetzungen bei Störungen. Präventive Instandhaltungsmaßnahmen können jedoch die Anzahl der Ausfälle von Anlagen deutlich reduzieren und die Lebensdauer von Anlagen verlängern.

Digitale Instandhaltung

Hochtechnisierte Anlagen sollten mit modernen IT-Systemen gewartet und Instand gehalten werden, um möglichst hohen Investitionsschutz zu bieten. Unternehmen, die Software zur Einsatzplanung und mobilen Instandhaltung einführen, haben meist genaue Ziele und Erwartungen. Dazu gehören neben der reinen Digitalisierung der Prozesse oft die folgenden:

  • Verbesserung der Datenqualität: Mit einer mobilen Lösung oder App lassen sich Daten und Informationen über die Instandhaltungsmaßnahmen der Anlagen vor Ort direkt inklusive Fotos erfassen. Eine lückenlose Datenbasis, die Anzahl, Ursachen, Dauer und Maßnahmen zur Behebung von Störungen in Echtzeit dokumentiert, bietet die Grundlage für die Verbesserung von Instandhaltungsprozessen.
  • Steigerung der Verfügbarkeit von Anlagen: Eine bessere Datenqualität und präventive bzw. vorausschauende Instandhaltungsmaßnahmen führen zu weniger Ausfällen und kürzeren Stillstandzeiten. Zudem können sie zu einer längeren Lebensdauer der Anlagen beitragen.
  • Höhere Produktivität der Instandhalter: Per Software oder App erhält der Instandhalter die Aufträge direkt auf seinem mobilen Gerät. Damit hat er alle Informationen zur Anlage griffbereit – auch im Offline-Modus. Der Ersatz von Papierdokumenten durch digitale Wartungspläne, Ersatzteillisten, Checklisten und Aufträge erleichtert und beschleunigt die Dokumentation der Wartungen und Instandsetzungen.
  • Effizienteres Ersatzteilmanagement: Durch die digitale Abbildung von Lagerbeständen in einer mobilen Lösung sehen Instandhalter auf einen Blick, ob ein Ersatzteil am Lager verfügbar ist oder können es bestellen, wenn es nicht mehr vorrätig ist. Die digitale Erfassung der Verbräuche schafft Transparenz und bietet Potenzial für die Lagerwirtschaft. Zudem erspart das digitale Ersatzteilmanagement unnötige Laufwege.
  • Einbindung externer Dienstleister: Auch externe Techniker können Instandsetzungs- oder Wartungsaufträge über eine Software zur zentralen Einsatzplanung erhalten und so in den Workflow eingebunden werden. Ihre Aufträge können sie dann ebenso wie die internen Kräfte mobil bearbeiten und Rückmeldungen erstellen.
  • Reduzierung von Nachbearbeitungen: Durch die digitale Erfassung von Daten fließen die Rückmeldungen der Instandhalter zu den Aufträgen direkt in das ERP-System ein und machen eine manuelle Übertragung von Papierformularen überflüssig. Das spart Zeit und reduziert mögliche Fehlerquellen.
  • Mehr Transparenz durch zentrale Planung: Der Einsatz einer zentralen Einsatzplanungslösung verbessert die Transparenz über die Auslastung der Mitarbeiter. Der Instandhaltungsplaner erhält Meldungen zu einer Störung entweder von einem Maschinenführer oder durch eine automatische Fehlermeldung von der Anlage selbst. Auch fällige Wartungen muss er rechtzeitig einplanen und verteilen. Eine Software zur Einsatzplanung zeigt ihm, welche Instandhalter verfügbar sind und über die nötigen Qualifikationen verfügen. Somit kann er Wartungen und Instandsetzungen so kombinieren, dass alle Kollegen ausgelastet sind und die Produktion so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.

Mit der richtigen Instandhaltungsstrategie, einer Software zur Einsatzplanung und mobilen Instandhaltung sorgen Unternehmen dafür, dass ihre hochtechnisierten Anlagen weniger stillstehen, eine längere Lebensdauer haben und die Produktivität ihrer Instandhalter deutlich steigt.

Autor:
Firma: mobileX AG
http://www.mobilexag.de

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