Branchenindikator Instandhaltung Quartal 2 2020
Nachdem bereits im Vorquartal erste Ausläufer der Corona-Krise in der Umfrage des Branchenindikators zu beobachten waren, scheinen die damit verbundenen Auswirkungen nun endgültig in der Instandhaltung angekommen zu sein. Auf Seiten der innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen bricht der Indexwert weiter ein und sinkt von -7,1 Punkte auf -16,2 Punkte ab. Auch das Klima der industriellen Instandhaltungsdienstleister leidet, was sich in einem Rückgang des Indexwertes um 10 Punkte auf 14 Punkte niederschlägt.

Dieser Einbruch spiegelt sich vor allem in der Bewertung der aktuellen Budgetierung der innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen wider, welche von 42% (+28%) der Befragten als schlecht beurteilt wird. Auf Seiten der industriellen Instandhaltungsdienstleister bewerten lediglich 19% der Umfrageteilnehmer, die aktuelle wirtschaftliche Situation als gut, was einem Rückgang von 26% entspricht. Die Auswertungen der Sonderthemen ergaben, dass auf Seiten der industriellen Instandhaltungsdienstleister das Thema Nachhaltigkeit bereits eine wichtige Rolle in der Dienstleistungserbringung und -gestaltung spielt. Dabei wird Nachhaltigkeit vor allem an eingesparten CO2-Emissionen und einem geringen Energieverbrauch gemessen. Auf Seiten der innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen zeigt sich, dass im Sinne einer innovativen Unternehmenskultur vor allem der Wille und die Bereitschaft zur abteilungsübergreifenden Kooperation gefordert werden.

Nachdem der Branchenindex der industriellen Instandhaltungsdienstleister bereits im Vorquartal um 20 Punkte eingebrochen ist, sinkt der Wert für das zweite Quartal um weitere 10 Punkte auf 14 Punkte ab. Das volle Ausmaß der Corona-Krise scheint nun endgültig auch die Wirtschaft erfasst zu haben. In einzelnen Kategorien geben die Prognosen allerdings Anlass zu vorsichtigem Optimismus.  Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage fällt deutlich schlechter aus, als im ersten Quartal des Jahres 2020. Lediglich 19% der Umfrageteilnehmer bewerten diese mit gut (-26%) und ebenso viele stufen die die wirtschaftliche Situation als schlecht ein (+14%). Für die Zukunft erwarten allerdings 42% der industriellen Instandhaltungsdienstleister eine günstigere wirtschaftliche Lage. Auch die aktuelle Auftragslage wird schlechter eingeschätzt als im Vorquartal. Lediglich 22% (-11%) der Umfrageteilnehmer bewerten diese als gut, wohingegen 13% (+7%) diese als schlecht einstufen. Mit 40% prognostiziert ein großer Anteil eine Verbesserung der aktuell verschlechterten Auftragslage, 16% gehen von einer anhaltenden Verschlechterung aus.

In Bezug auf die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen gibt mit 76% die Mehrheit der industriellen Instandhaltungsdienstleister unveränderte Zahlen an. Lediglich 20% (-27%) verzeichneten im zweiten Quartale dieses Jahrs eine positive Entwicklung der Mitarbeiterzahlen. Gut zwei Drittel gehen auch für das nächste Quartal mit gleichbleibenden Beschäftigungszahlen aus, 24% schätzen ihre Mitarbeiterzahlen steigern zu können.

Der anhaltende negative Trend auf Seiten der innerbetrieblichen Instandhaltungsdienstleister verschärft sich im Zuge der Auswirkungen durch die Corona-Krise weiter. Nachdem der Branchenindex bereits im Vorquartal auf -7,1 abgesunken war, liegt er für das zweite Quartal nur noch bei -16,2 Punkten. Auch die abgegebenen Prognosen für das kommende Quartal lassen nicht auf eine Umkehr des Trends hoffen.

Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V. RWTH

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