Safety-Lösung für Riesen-Schiffschaukel
Adrenalinschub? Aber sicher!
Fahrgeschäfte auf Volksfesten und in Freizeitparks liefern wohl mit die besten Adrenalinschübe. Doch ohne Sicherheitsstandards und die richtige Technik kann dieser Spaß schnell im Desaster enden - ein Risiko, das weder Betreiber noch Metallbauer eingehen können. So stand auch im Fall der Schiffschaukel Santa Lore im Schwaben Park die geeigneten Sicherheitslösung im Mittelpunkt der leistungsstarken Antriebstechnik.
 Für Fahrgeschäfte wie die Schiffschaukel Santa Lore gibt es keine Safety-Lösungen von der Stange.
Für Fahrgeschäfte wie die Schiffschaukel Santa Lore gibt es keine Safety-Lösungen von der Stange. Bild: Schwaben Park GmbH & Co. KG

Ganze 4t wiegt die Schiffsschaukel Santa Lore. Mit 12m Höhe und 18m Länge ein Koloss. Um solch ein Schwergewicht mit Platz für 42 Personen ohne Ruckeln in Schwingung zu versetzen und in die Luft zu katapultieren, braucht es geballte Antriebskräfte. Bei der Santa Lore werden diese von einem Drehstrommotor mit 50kW generiert. Über verschiedene Programme können individuelle Zeiten und Schaukelhöhen eingestellt werden. Sobald der Startknopf gedrückt wurde, läuft der Prozess vollautomatisch ab. Klar ist, dass die Geschwindigkeit bei Freizeitanlagen einer der größten Spaßfaktoren ist, doch wie sieht es mit der Sicherheit der Passagiere aus?

Flexibles Sicherheitssystem

Für die Sicherheitstechnik von Fahrgeschäften gibt es in der Regel keine Lösungen von der Stange. So auch bei Schiffschaukeln, denn es wirken andere Kräfte als bei Flying Wheels, Karussellen oder Achterbahnen. Um den unterschiedlichen Betriebsarten der Freizeitanlagen gerecht zu werden und sie unter Kontrolle zu bringen, braucht es ein System, das flexibel angepasst werden kann. Erfüllen kann diese Kriterien das Unternehmen Dina Elektronik mit seinem System Safeline Vario. Damit können bis zu 38 Achsen in verschiedenen Betriebsarten überwacht werden. Zudem ist das funktionale Sicherheitssystem erweiterbar auf 15 Module und kann somit auch komplexe Anlagen sicher überwachen.

Sicherheitsfunktionen mit Sensoren

Bei der Schiffschaukelanwendung können Stillstand, Drehzahl, Position, Richtung und Bremse mit dem Safety-System von Dina überwacht werden. Konkret äußert sich das, indem die Schiffschaukel bei Unter- oder Überschreitung der gesetzten Grenzwerte sicher abgeschaltet wird. Das System gewährleistet den Betrieb unter vorgegebenen Temperaturbedingungen. Bedarfsabhängig wird der Antriebsmotor gekühlt oder auch beheizt. Bleibt noch die Frage, wie eine Schiffschaukel rechtzeitig abgebremst wird, auf die die vierfache Erdbeschleunigungskraft wirkt und die in der Luft schwingt. Eine Schlüsselrolle bei der Sicherheit der Santa Lore spielen dabei die induktiven Schalter. Sie sorgen dafür, dass die Schaukel nicht zu hoch schaukelt. Der Initiator definiert den höchsten Punkt der Schaukel. Wird dieser überschritten, erkennt das System einen Fehler und leitet den sicheren Stillstand der Anlage ein. Über diese Positions- und Geschwindigkeitsbestimmung kann auch überwacht werden, ob die Bügel am Ende der Fahrt geöffnet und für den Start geschlossen werden können. Beim Einsatz von Safeline Vario reicht ein Zentralmodul aus, um diese Funktionen auszuführen, sodass zusätzliche Funktionsmodule wie I/O-Karten obsolet werden.

Dina Elektronik bietet passend zu seiner Sicherheitstechnik
auch tiefgehende Unterstützung bei Applikationserstellung
und Inbetriebnahme. (Bild: MB Emmeln)

Einfache Montage im Schaltschrank

Das Sicherheitssystem ist im technischen Herz der Schiffschaukel, also im Schaltschrank, verbaut. Dort wird das Zentralmodul ohne Schrauben montiert, verkabelt und auf einer Hutschiene eingeklickt. Die sonst aufwendige Verdrahtung geht leicht und schnell von der Hand, da Einzel- oder Doppel-Federkraftklemmen zum Einsatz kommen. Letztendlich fiel die Wahl auch auf Dina Elektronik, weil das schwäbische Unternehmen tiefgehende Unterstützung bei Applikationserstellung und Inbetriebnahme anbietet. Bereits seit 2013 arbeitet Metallbau Emmeln mit Dina zusammen und verbaut das Safeline-Vario-System. Der Spezialist für Freizeitanlagen war auf der Suche nach einem System, das sehr flexibel ist und sich für alle Arten von Fahrgeschäften eignet. Daneben stand die einfache Handhabung im Vordergrund.

Einheitliche Hardware

Neben der Flexibilität und Handling spielt auch die Effizienz eine Rolle. Für den Anlagenbauer haben sich während der Zusammenarbeit mit dem Safety-Anbieter verschiedene Vorteile durch die einheitliche Hardware aufgetan. Das vereinfacht den Bestellprozess und die Lagerhaltung. Zudem muss nicht jede Applikation komplett neu erstellt werden. Oft können das Nothalt-Konzept oder die komplette Drehzahlüberwachung als Makro abgespeichert und in ein neues Projekt integriert werden. Die Entwickler und Servicetechniker kennen sich mit dem System aus, was die Integration und Inbetriebnahme genauso erleichtert, wie die Fehlersuche. Bei der Implementierung von Sicherheitstechnik handelt es sich um eine langfristige Entscheidung. Ein zuverlässiges System muss seltener ausgetauscht werden. Den Anwendern bringt das Zentralmodul von Dina Elektronik daher viele Vorteile, wenn es selbst während der Nutzung stetig weiterentwickelt und vom Support unterstützt wird.

In sicheren Händen

Das Beispiel des Schwaben Parks zeigt: Wer nachhaltig in Freizeitanlagen investiert, lässt sich beständige Materialien und Technologien sowie die Sicherheit seiner Passagiere etwas kosten. Die letzte Schiffschaukel des Schwaben Parks war über 30 Jahre im Einsatz, für ihre größere Nachfolgerin, die Santa Lore hat der Veranstalter rund 600.000 Euro auf den Tisch gelegt. Die Schiffschaukel ist mit der Sicherheitstechnik von Dina Elektronik lückenlos überwacht und für potentielle Gefahren gerüstet. Während der Zusammenarbeit zwischen Metallbau Emmeln und Dina Elektronik haben sich besonders die flexiblen Produkte sowie deren unkomplizierte Installation und Wartung bewährt. Daher plant der Anlagenbauer auch weiterhin, mit dem Safety-Anbieter zusammenzuarbeiten.

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