
Nur selten besteht eine Produktionslinie ausschließlich aus den Maschinen eines Herstellers. Genau das sorgt für Probleme, denn unterschiedliche Akteure stellen unterschiedliche Systeme bereit. Es entstehen fragmentierte IT-Landschaften. Daraus resultieren etwa Dateninkonsistenzen und -redundanzen oder eine erschwerte Datenmigration und -analyse. Beim Aufbrechen solcher Silos könnte eine Plattform wie Transaction-Network helfen, indem sie Akteure vom Maschinenbauer über den Komponentenhersteller bis zum Anlagenbetreiber miteinander vernetzt. Mittels offener Schnittstellen kann sie für Kommunikation zwischen den verschiedenen Geräten und Systemen sorgen, etwa mit API-basierter Integration auch externe Anwendungen anbinden. Offene und standardisierte Datenformate erleichtern den Informationsaustausch, während Portabilität proprietäre Abhängigkeiten bei der Datenverarbeitung vermeidet. Mit transparenten Sicherheitsrichtlinien und einem Governance-Framework sind zudem die Rechte und Verantwortlichkeiten aller Akteure definiert.
Maschinenbauer als Host
Der Aufbau eines offenen Ökosystem für eine gesamte Produktionslinie ist in der Regel Aufgabe des Maschinenbauers, der als Generalunternehmer fungiert. Sollen neue Geschäftsmodelle etabliert werden, macht hier eine Fokussierung auf den After-Sales-Service Sinn. Eine der wichtigsten Herausforderung ist es hier, Maschinenausfälle zu verhindern. Eine proaktive Wartung (Predictive Maintenance), und eine vorausschauende Instandhaltung (Condition Monitoring) sind dafür unerlässlich. Auf der Plattform laufen alle Daten einer Produktionslinie zusammen. Somit können Maschinenbauer früh erkennen, wo Fehlerquellen liegen und bereits vor Ausfällen Maßnahmen ergreifen. Gleiches gilt für Wartungen, die eingeplant werden sollten, bevor es zu Problemen kommt. Mit einer digitalen Plattform wie etwa Transaction-Network vom gleichnamigen Softwareanbieter werden die Maschinendaten gesammelt und analysiert, um über notwenige Service-Leistungen zu informieren. Zugleich werden die Erkenntnisse automatisch in digitale Wartungspläne übertragen. Der Zeitplan für Service-Leistungen orientiert sich an den Nutzungs- und Verschleißdaten der jeweiligen Maschine.
Automatisierte Wartung
Mittels KI, IIoT und maschinellem Lernen ist es zudem möglich, die Wartung weitreichend zu automatisieren. Maschinen können ihren Wartungsbedarf übermitteln, Ersatzteile werden automatisiert bestellt und ein Servicepartner wird benachrichtigt. Für Maschinenbauer ergibt sich dadurch die Chance, eine ‚Wartung-as-a-Service‘, anzubieten. Kommt es dennoch zu einem Maschinenausfall, können automatisierte Benachrichtigungen an das Serviceteam versendet werden. Techniker haben auch die Möglichkeit, remote auf die Maschinendaten zugreifen. Die Verfügbarkeit der Wartungs- und Reparaturhistorie gibt dabei Hinweise auf etwaige Fehlerquellen. Nicht zuletzt stellt die Plattform Schulungsdaten für den Kunden bereit, um die Techniker vor Ort vorzubereiten.
Wo liegt der Kundennutzen?
Auch für Kunden ergeben sich durch eine solche Plattform Effekte: Beispielsweise zeigt die Ersatzteilidentifikation, welches Maschinen-Bauteil defekt ist. Dieses kann dann über einen Webshop bestellt werden. Und auch wenn es um den Einbau geht, unterstützt eine Plattform – etwa mit Bedienungsanleitungen. Ein weiterer Nutzen: Analyse- und Reportingfunktionen sowie die Dokumentation der Wartungs- und Reparaturaktivitäten bieten eine Grundlage für Entscheidungen. Für Komponentenhersteller bietet eine Einbindung in ein Ökosystem mit integriertem Shop wiederum neue Vertriebsmöglichkeiten. Zudem entsteht ein direkter Kontakt zum Kunden.
Alle helfen mit
Aus Sicht des Maschinenbauers erhöht dies zwar die Servicequalität, ist jedoch auch mit einem gewissen Aufwand verbunden. Zudem stellt sich eventuell die Frage, ob es sich auszahlt, gar die Konkurrenz einzubinden, um die gesamte Produktionslinie mit Maschinen unterschiedlicher Hersteller abzudecken. Das Ökosystem fördern hier durch offene Kommunikationswege die Zusammenarbeit. Die Produktionslinie wird also von allen Akteuren gemeinsam optimiert. Dies kann nicht nur als Blaupause für weitere Kunden dienen, sondern auch die Anlagenbetreiber zu zufriedenen Kunden machen.















