Steigendes Interesse an Ersatzteilmanagement auf Knopfdruck
Volle Auftragsbücher und dennoch Sorgenfalten im mittelständischen Maschinen- und Anlagenbau aufgrund brüchiger Lieferketten, dazu Entlassungswellen und zunehmende Zurückhaltung bei Investitionen in junge Technologieunternehmen: Der Wind wird rauer. Zugleich aber zeigen vor allem junge B2B-Plattformanbieter wie PartsCloud auch in der Krise ein robustes Wachstum, da sie viele der aktuell im Fokus stehenden Herausforderungen adressieren.
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Aktuell prägen Inflation, stagnierendes Wachstum, Lieferkettenprobleme von nie dagewesenem Ausmaß und nun auch noch Zinserhöhungen die Stimmung in der Wirtschaft. Viele mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer stehen vor großen Problemen auf der Beschaffungsseite. Andererseits rücken eben diese Probleme die Supply Chain in den Fokus von Verbesserungsüberlegungen. Transparenz, Resilienz und Liefernetzwerke sind die aktuellen Stichworte. PartsCloud kann mit seiner Plattformlösung für Ersatzteilmanagement und Ersatzteillogistik hier punkten, indem es Unternehmen dabei unterstützt, ihre Ersatzteillieferketten robuster aufzustellen.

Grade das notwendige Puffern von Material – sowohl in der Produktion als auch für den Service und die Ersatzteilversorgung – erhöht den Bedarf an Logistikfläche. Es ist viel Fläche und Personal nötig, um ein breites Portfolio an Ersatzteilen vorzuhalten, was aber nicht garantiert, dass ein bestimmtes Teil verfügbar ist. Die große Abhängigkeit von Lieferanten aus China und Osteuropa macht Maschinen- und Anlagenbauern schwer zu schaffen. Hier kann die deutsche Industrie auch der Copy-Cat-Problematik im Ersatzteilmarkt entgegenwirken, also Trittbrettfahren aus Fernost, die sich mit günstig produzierten Ersatzteilen in einem lukrativen Markt etablieren wollen. PartsCloud hilft mit seiner B2B-Plattform OEMs dabei, mit schnellerer Ersatzteillogistik das Geschäft mit Originalersatzteilen gegenüber den Copy-Cat-Produkten zu stärken und damit auch unabhängiger von Supply Chains aus China zu werden. Ein Reshoring und Nearshoring der Sourcing-Kanäle prägen das Umdenken, das derzeit stattfindet.

Logistikprobleme im Mittelstand

Die Digitalisierung im industriellen Mittelstand hat seit Beginn der Pandemie generell deutlich zugenommen – und der Trend hält weiter an. Der Kostendruck erfordert es spätestens jetzt, arbeitsintensive manuelle Prozesse auf den Prüfstand zu stellen. Es herrscht zunehmend Platzmangel, weil Unternehmen immer größere Pufferbestände horten. Zudem sind im Mittelstand nach wie vor typische Probleme in der Logistik zu beklagen. Mittelständler haben in der Regel ein zu geringes Sendungsaufkommen, um von den Performancevorteilen und Skaleneffekten der großen Logistikströme profitieren zu können. Die Digitalisierung kann helfen, diese Probleme zu lösen, doch die Bereitschaft dazu ist gerade im Bereich After Sales schwach ausgeprägt. Gegenüber den Anstrengungen und Fortschritten bei der Digitalisierung der Produktion – Stichwort Industrie 4.0 – bleibt das After-Sales-Geschäft zurück. Auch hierin steckt ein großes Potential für B2B-Plattformlösungen, die Prozesse rund um Ersatzteilmanagement und Logistik vereinfachen.

Bild: PartsCloud GmbH

Zugleich ist das Startup-Marktumfeld einem raueren Wind ausgesetzt. Niedrigere Finanzierungsrunden, abgeschwächte Bewertungen und Sparzwang stellen auch die Gründerszene vor Herausforderungen. PartsCloud sieht sich aber dennoch solide aufgestellt. „Die Zeiten des Wachstums um jeden Preis in einem Bullenmarkt im Börsenzyklus sind vorbei, aktuell prägt ein Bärenmarkt das Geschehen. So fahren auch unsere Kunden aus der Startup-Szene derzeit einen Cost-down-Kurs. Mit einem bereits validierten, nachhaltig profitablen Geschäftsmodell sind wir im B2B-Markt jedoch gut aufgestellt für kommende Finanzierungsrunden“, so Benjamin Reichenecker, CEO von PartsCloud.

Ebenso hat PartsCloud zwischen März und Juni seine Personalstärke verdreifacht und Teams in drei Bereichen aufgebaut: Sales & Business Development, Product and Tech, Implementation and Operations. Basierend auf der „Remote first“-Philosophie kann das Unternehmen dabei auf Fachkräfte aus einem europäischen Talent-Pool zurückgreifen. „Talentierte Fachkräfte zu rekrutieren, erweist sich derzeit als überaus schwierig. Wir müssen dabei unsere individuellen Stärken als Arbeitgeber sehr klar kommunizieren, was uns offensichtlich gelungen ist. So konnten wir Top-Talente von renommierten Adressen für unser Unternehmen gewinnen“, erklärt Reichenecker.

PartsCloud profitiert von regem Austausch in der Startup-Szene

Um Herausforderungen zu bewältigen und sich auch in einem schwierigen Marktumfeld zu behaupten, ist auch die Kooperation und der Austausch mit anderen Startups wichtig. „PartsCloud ist seit Beginn an stark vernetzt mit der Startup-Szene in Stuttgart und vor allem Berlin. Wir lernen voneinander, helfen einander und profitieren stark von diesem gegenseitigen Austausch. So sehen wie uns primär als Partner eines Ökosystems, das sich gegenseitig hilft. Klar gibt es auch Wettbewerb, aber wir bewegen uns in einem riesigen Markt. Wir sind mit anderen Startups eng vernetzt und organisieren gemeinsame Events – wie etwa den Mittelstands Summit am 19. September in Stuttgart – und tauschen uns regelmäßig zu diversen Themen aus“, so Reichenecker.

Was die Pläne und Ziele von PartsCloud für die kommenden sechs Monate betrifft, kommentierte der CEO: „Aktuell implementieren wir unsere Plattform bei den ersten fünf Kunden und sind entsprechend gut ausgelastet. Parallel dazu entwickeln wir die erste Version unserer Cloud-Plattform, über die wir unsere Kunden an die WMS (Warehouse Management System)- und TMS (Transportation Management System)-Lösungen unserer Logistikpartner anbinden und digitale Collaboration ermöglichen. In den nächsten sechs Monaten werden wir uns vor allem auf den weiteren Teamaufbau, insbesondere im Bereich Product and Tech, und die Gewinnung weiterer Kunden konzentrieren.“

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