Nov 18, 2019 | Allgemein

Keine ausreichende Datengrundlage für Smart Maintenance
Die Wartung und Überprüfung von Produktionselementen ist in Zeiten der Smart Factory eine große Herausforderung. Mit Smart Maintenance kann diese Herausforderung gemeistert werden. Eine Studie von Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML zeigt, wie weit deutsche Unternehmen bei der Umsetzung einer ‘intelligenten Instandhaltung‘ sind – und sie gibt Hinweise, wie sich Smart Maintenance zielgerichtet durchführen lässt.

Studie

Keine ausreichende Datengrundlage für Smart Maintenance

Die Wartung und Überprüfung von Produktionselementen ist in Zeiten der Smart Factory eine große Herausforderung. Mit Smart Maintenance kann diese Herausforderung gemeistert werden. Eine Studie von Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML zeigt, wie weit deutsche Unternehmen bei der Umsetzung einer ‘intelligenten Instandhaltung‘ sind – und sie gibt Hinweise, wie sich Smart Maintenance zielgerichtet durchführen lässt.

Bild: Acatech – Dt. Akademie der Technikwissenschaften

Der Verkauf von Maschinen, Kraftwagen oder mechanischen Geräten macht einen großen Teil der deutschen Exportleistung aus. Dabei sorgen neue Technologien für eine intelligente und vernetzte Produktion und bringen für Unternehmen große Potenziale mit sich. Dabei spielt insbesondere die vorausschauende Instandhaltung der Produktionskomponenten eine zentrale Rolle. Eine Studie von Acatech und dem Fraunhofer IML gibt Aufschluss über den Reifegrad bisheriger Bemühungen, eine intelligente Instandhaltung in der Praxis zu etablieren. Insgesamt wurden 96 Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt, für die intelligente Instandhaltung ein zunehmend bedeutendes Thema ist.

Vier Prozent greifen präventiv ein

Demnach verfügen die meisten Unternehmen über keine oder nur eine sehr schwache Datenbasis, die Auskunft über bald auftretende Störungen oder die Notwendigkeit von Instandhaltungsmaßnahmen geben könnte. So gaben 57 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Elemente in der Fabrik erst dann instandgehalten werden, wenn ein Problem bereits aufgetreten ist. Echtzeitdaten, um Systeme besser zu überwachen und präventiv einzugreifen, nutzen nur vier Prozent.

Das Wissen darüber, wie Elemente in einer Fabrik gewartet und überprüft werden können, steckt häufig in den Köpfen von einzelnen Mitarbeitern. Dieses Wissen sollte dokumentiert und anderen Beschäftigten bereitgestellt werden – etwa in Form eines Wikis – um auch im Falle eines Personalausfalls reagieren zu können. Wie aus der Studie hervorgeht, geschieht dies in 27 Prozent der Unternehmen nicht: Individuelles Instandhaltungswissen wird dort bei Bedarf mündlich weitergegeben. In 32 Prozent der Unternehmen wird Wissen in Papierform bereitgestellt, standardisierte Prozesse zur Wissenserweiterung gibt es jedoch nicht.

Wissen erweiteren

(Bild: Acatech – Dt. Akademie der Technikwissenschaften)

Vorhandenes personenbezogenes Wissen sollte nicht nur dokumentiert, sondern auch kontinuierlich erweitert werden ? gerade, da durch neue technische Innovationen die Arbeitsabläufe verbessert werden können. Dennoch bietet mehr die Hälfte (53 Prozent) der befragten Unternehmen keine speziellen Schulungsmaßnahmen im Bereich Digitalisierung für erfahrene Mitarbeiter an. Im Falle auftretender Komplikationen werden sie stattdessen von Kollegen, die über eine entsprechende Expertise verfügen, unterstützt.

Bestimmte Aufgaben bei der Instandhaltung können heute mithilfe von Augmented Reality (AR) oder Virtual Reality (VR) erledigt werden. Diese Technologien können beispielsweise bei Schulungen und der gemeinsamen Bearbeitung von Aufgaben bei räumlicher Trennung der Mitarbeiter eingesetzt werden. Im Rahmen der Studie nutzt diese Möglichkeit jedoch nur jedes 20. Unternehmen.

„Die Bedeutung der Smart Maintenance für die Smart Factory konnten Acatech und das Fraunhofer IML über die letzten Jahre hinweg deutlich machen und in die Köpfe wesentlicher Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bringen. Dennoch zeigt die Umfrage, dass nach wie vor viele Unternehmen der Instandhaltungsorganisation eine zu niedrige Priorität einräumen. Die neue Studie macht nun deutlich, welchen Wertbeitrag Smart Maintenance leisten kann, wie sie erreicht werden kann und wie dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland weiterhin gesichert wird“, sagt Michael Henke, Institutsleiter Fraunhofer IML und Leiter des Projekts „Smart Maintenance – Der Weg vom Status quo zur Zielvision.“

www.acatech.de

Charts der Woche

Wenn der Hacker die SPS übernimmt

Mehr als die Hälfte der deutschen Industrieunternehmen hat durch Cyber-Attacken finanzielle Schäden erlitten, so eine Studie des VDMA. Dass die Zahl solcher Angriffe abnimmt, ist nicht in Sicht. Daher wird es immer wichtiger, Industrial Networks und Operational Technology (OT)-Umgebungen zu schützen. Dabei helfen Ansätze, die auch beim Schutz von Büronetzwerken Verwendung finden.

Datenschutzbedenken bremsen IoT-Aktivitäten

Der TÜV Süd hat im Rahmen einer Studie ermittelt, dass Unternehmen zwar zunehmend vom Internet of Things (IoT) profitieren, Bedenken zu Datenschutz und IT-Sicherheit bremsen breiter angelegte IoT-Aktivitäten jedoch aus und fallen sogar noch stärker ins Gewicht als ein knappes Budget.

Produkthighlights des Monats

Das könnte Sie auch interessieren

Familienzuwachs beim digitalen Zwilling

Der Digital Twin und die virtuelle Inbetriebnahme erhalten in modernen Produktionsumgebungen immer mehr Gewicht. Dass dafür nicht nur Software, sondern auch die richtige Hardware nötig ist, will das Unternehmen Machineering mit der FieldBox 1 unterstreichen. Jetzt wurde diese Hardware-Basis für moderne Simulation in zwei unterschiedlichen Leistungsvarianten vorgestellt.

mehr lesen

Künstliche Intelligenz optimiert Predictive Maintenance

Mit dem Ziel, genauere und schnellere Prognosen in der vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance) zu erstellen, integriert Endian künstliche Intelligenz (KI) in seine IIoT-Lösung Endian Connect Platform: Über einen Knowledge Graph werden Informationen aus unterschiedlichen Datenbanken zusammengeführt, um möglichst exakte Prognosen über zukünftige Maschinenzustände zu berechnen.

mehr lesen

Datenanalytik für den optimalen Gebäudebetrieb

In jeder Sekunde erzeugen Aktoren, Sensoren, Zähler, Geräte, Anlagen und Systeme der Gebäudetechnik riesige Mengen an Daten. Bisher wurde nur ein kleiner Teil davon für Optimierungen im Gebäudebetrieb genutzt. Mit der zunehmenden Digitalisierung ist es möglich, Gebäude mit Hilfe dieser Daten zum Sprechen zu bringen. Für Betreiber und Facility-Manager ergeben sich damit enorme Optimierungschancen. Voraussetzung ist, dass sie verstehen, was das Gebäude mitzuteilen hat. Hier bieten digitale Services wie technisches Monitoring die notwendige Unterstützung.

mehr lesen
Wartung der Sicherheitsbeleuchtung per App

Wartung der Sicherheitsbeleuchtung per App

Über eine einfach zu bedienende App kann durch das NaveoPro-System von ABB die komplette Sicherheitsbeleuchtungsinstallation eingerichtet, gewartet und gesteuert werden. Der dadurch gewonnene Echtzeit-Überblick über alle Systeme spart Zeit, ermöglicht eine bessere Wartungsplanung und
erhöht die Sicherheit im Gebäude.

mehr lesen

Elektronik für verteilte KI zur sensorbasierten Prozess- und Zustandskontrolle

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) investiert aktiv in die Entwicklung neuer Elektroniksysteme und fördert dabei Verbundforschungsprojekte, die signifikant zur Umsetzung des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 beitragen. Ziel des vom BMBF geförderten Gesamtprojekts KI-Predict ist die Nutzung von Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) auf unterschiedlichen Ebenen des Produktionsprozesses als Basis für die zustandsbasierte, prädiktive Wartung von Produktionsanlagen und die Überwachung der Produktqualität direkt im Produktionsprozess. An diesem Projekt sind insgesamt sieben Partner beteiligt: unter ihnen das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit der Entwicklung eines Sensor-Interface ASICs. Das Besondere daran: Es ist auf Sensoren für Condition-Monitoring und Echtzeit-Prozesskontrolle abgestimmt und ermöglicht eine energieeffiziente Feature-Extraction und Signalverarbeitung direkt am Sensor.

Kaefer übernimmt Wood Group In­dus­tri­al Ser­vices

Mit der Über­nah­me des In­dus­trie­dienst­leis­tungs­ge­schäfts (Wood Group In­dus­tri­al Ser­vices) von der John Wood Group PLC, kann die Kaefer-Grup­pe ihre Markt­po­si­ti­on in Groß­bri­tan­ni­en und Ir­land stärken.

Knowledge Day in Blaubeuren

Auf dem Knowledge Day in Blaubeuren erhalten Teilnehmer unter anderem praxisorientierte Einblicke in die Themen Predictive Maintenance und MES.