Smarte Instandhaltung als Schlüssel zu mehr Resilienz

Der Einsatz sensorbasierter und selbstlernender digitaler Dienste in der Instandhaltung steigert die Resilienzfähigkeit produzierender Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA erstellt haben.
Bild: ©panuwat/stock.adobe.com / Fraunhofer IPA

Die Produktionsunterbrechungen während der Coronakrise, die tagelange Blockade des Suezkanals durch das Containerschiff ‚Ever Given‘, der Krieg in der Ukraine und der weltweite Chipmangel haben allesamt gezeigt, dass sich die Wirtschaft auf immer neue Störfaktoren vorbereiten muss. Dass sie resilient werden muss. Unternehmen müssen in der Lage sein, nach Ausbruch einer Krise möglichst schnell wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzufinden, oder – noch besser – gestärkt daraus hervorzugehen.

Ein wichtiger Bereich, in dem produzierende Unternehmen auf Störungen reagieren müssen, ist die Instandhaltung. Ihre Aufgabe ist es, die Produktionsfähigkeit von Maschinen und Anlagen zu gewährleisten und möglichst schnell wiederherzustellen. Forscher von der Abteilung Nachhaltige Produktion und Qualität am Fraunhofer IPA haben deshalb die aktuelle Situation der Instandhaltung in Bezug auf Resilienz erhoben und in einer Studie herausgearbeitet, wie die smarte Instandhaltung auch künftig zur Resilienzfähigkeit beitragen kann.

Große Offenheit gegenüber digitalen Diensten

Dazu haben die Wissenschaftler im vergangenen Jahr eine Online-Umfrage durchgeführt. Vertreterinnen und Vertreter von 34 Unternehmen verschiedener Größen und Branchen haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Aus ihren Antworten geht etwa hervor, dass der Großteil der Befragten die Resilienzfähigkeit als einen wichtigen Faktor betrachtet, damit produzierende Unternehmen auch künftig erfolgreich arbeiten.

97 Prozent der Befragten sehen das Personal als wichtigsten Erfolgsfaktor der Instandhaltung an. Nahezu alle Fachleute, die an der Online-Umfrage teilgenommen haben, können sich vorstellen, zukünftig mit Assistenzsystemen wie etwa Remote Service zu arbeiten. Viele sehen ihren Arbeitsplatz nicht in Gefahr, wenn künftig sensorbasierte und selbstlernende Instandhaltungstechnik zum Einsatz kommt. Sie gehen eher davon aus, dass digitale Dienste die Kompetenzen des Personals ergänzen, nicht aber ersetzen.

Die Kurzstudie ‚Smarte Instandhaltung als Resilienzfaktor‘ steht kostenlos auf der Insitutswebseite zum Download zur Verfügung.

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