
Um eine verlässliche und leicht adaptierbare Werkzeugüberwachung für das Bohren zu entwickeln, arbeitete Ceratizit gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Partner Materials Center Leoben (MCL) für drei Jahre Hand in Hand. Für Anwender mit eingefahrenen Prozessen und großen Stückzahlen bietet Ceratizit bereits das Prozessüberwachungssystem Cerasmart ToolScope – unter anderem zur Standzeitvorhersage von Werkzeugen – an. Dazu dokumentiert der Kunde via Cerasmart ToolScope den zeitlichen Verlauf sowie die Kräfte und Ströme der Werkzeuge. Sobald sich der Prozess jedoch ändert, muss dieser Einfahrvorgang wiederholt werden. Für Kunden mit kleinen Losgrößen ist dieses Feature daher meist zu umständlich. Um das Einfahren von Werkzeugen zur Prognose von Standzeiten einzusparen und den Maschinenbediener zu entlasten, sollten im ‚SmartDrilling‘-Projekt universell gültige Modelle entwickelt werden. Ziel war ein Tool Condition Monitoring System, das den Schädigungszustand von Bohrwerkzeugen schon im direkten Einsatz anzeigt. Dafür werden von der Werkzeugmaschine aufgezeichnete Sensordaten mit einer eigens entwickelten Verarbeitungstechnik segmentiert, um sich in der Analyse lediglich auf die für den Werkzeugzustand relevanten Signale konzentrieren zu können. Der Algorithmus liefert permanent Informationen zum aktuellen Stand der Werkzeugschädigung, die während des Bohrvorgangs stets aktualisiert auf einem Display dargestellt werden.
Noch bevor ein kritischer Schädigungszustand des Bohrwerkzeuges erreicht ist, ertönt ein Alarm. Damit kann ein einzelner Bediener die prozesssichere Bedienung mehrerer Werkzeugmaschinen bewerkstelligen und so sein Management der zeitlichen Abläufe von manueller Intervention, Maschinenbestückung und Wartung optimieren. Das Produkt steht dem Markt aktuell noch nicht offiziell zur Verfügung und muss noch fertig konzipiert werden – Ceratizit gibt hier aber bereits einen wertvollen Einblick über einen Meilenstein in der Entwicklung.















