- Anzeige -
- Anzeige -
Lesedauer: min
Intelligentes NIR-3D-Fahrerassistenzsystem erhöht Arbeitssicherheit

Nov 22, 2019 | Arbeitsschutz

Westenfinder

Intelligentes NIR-3D-Fahrerassistenzsystem erhöht Arbeitssicherheit

Das erste Fahrerassistenzsystem, das anhand von reflektierender Schutzkleidung Personen detektiert, ist dank Embedded Vision besonders kompakt und ausfallsicher.

Das Fahrerassistenzsystem Emitrace (auf dem Gabelstabler) detektiert mittels einer intelligenten Stereo-Kamera Personen im toten Winkel und bremst das Fahrzeug bei Bedarf direkt aus. (Bild: Vision Components GmbH)

Unfälle zählen leider noch zum Alltag, wo Menschen und Schwermaschinen sich in derselben Umgebung bewegen. Im Bergbau, auf Baustellen, in der Logistik und anderswo navigieren Fahrzeugführer schwer einsehbare Bereiche mit Maschinen, die sehr große tote Winkel haben. Die Firma Retenua präsentiert jetzt das erste vollintegrierte System zur Montage an Fahrzeugen, das Reflektoren auf Warnwesten mit einer Infrarotkamera detektiert. Vision Components steuert die intelligente Stereokamera bei. Dieses Embedded Vision System mit einem integrierten Prozessor erfasst nicht nur die Bilder, sondern wertet sie auch gleich selbst aus. So sind keine Peripheriegeräte für die Bildverarbeitung nötig, und die Lösung ist sowohl mechanisch als auch funktional extrem robust.

NIR-3D-Personendetektion

Retenua hat ein Verfahren zur Detektion von Retroreflektoren – den reflektierenden Streifen auf Warnwesten und Schutzkleidung – patentiert und auf dieser Grundlage das Fahrerassistenzsystem Emitrace entwickelt. Dieses besteht aus einer Sensor- und Recheneinheit, die üblicherweise am Heck von industriellen Fahrzeugen montiert wird. In der Fahrerkabine befindet sich ein optoakustisches Signalgerät; weitere Geräte sind nicht nötig. Das integrierte Embedded Vision System detektiert Reflektoren, berechnet aus den Stereobildern die 3D-Position und Geschwindigkeit von Personen und löst bei Unfallgefahr einen Alarm in der Kabine aus. Es ist auch möglich, Emitrace direkt in die Fahrzeugsteuerung einzukoppeln, sodass es automatisch eine Bremsung veranlassen kann. Der starke NIR-Blitz (Nahinfrarot) erlaubt kurze Belichtungszeiten, bei denen der Einfluss von IR-Strahlung in der Umwelt minimal bleibt und stört Personen nicht, gewährleistet jedoch eine stabile Detektionsleistung bei jeglicher Beleuchtung.

Vision Components bietet Embedded Vision in vielen Formaten und mit diversen Bildsensoren. (Bild: Vision Components GmbH)

Bedarfsgetriebene Entwicklung

Rafael Mosberger und Henrik Andreasson, die an der Universität Örebro in Schweden zur Personendetektion mit industriellen Fahrzeugen forschten, entwickelten dort ihr neues Verfahren zur Detektion von Retroreflektoren mit einer IR-Kamera. Neben EU-Mitteln bekamen sie auch Förderung von Industrieunternehmen, was die beiden Wissenschaftler 2015 zur Gründung von Retenua bewog. Das Startup stellte einigen Fahrzeugherstellern eine frühe Version von Emitrace als Developer Kit zur Verfügung. Es gab einen regen Austausch mit deren Konstruktionsabteilungen, um den Bedarf zu erfassen und zu einem Plug&Play-Standardprodukt zu kommen, dessen Parameter schon optimal voreingestellt sind. Das verfügbare Produkt ist für einen einfachen Retrofit an verschiedensten mobilen Maschinen und für einen wartungsfreien Betrieb konzipiert und wurde auch bereits erfolgreich im Feld getestet. Retenuas C++-Vision-Bibliothek und die bereitgestellte API erlauben bei Bedarf eine flexible Integration in unterschiedliche Softwareumgebungen. So können die Rohdaten und Bildverarbeitungsergebnisse auch anderen Systemen zur Weiterverarbeitung oder Dokumentation übergeben werden.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Firma:

MARKT – TRENDS – TECHNIK

Weitere Beiträge

Das könnte Sie auch interessieren

Berater für zeitgemäßes Gebäudemanagement

Alles wird smarter. Wir sind umgeben von automatisierten Maschinen, intelligenten Haushaltshelfern und Apps. In der schönen neuen Welt, in der wir leben, ist natürlich längst nicht alles perfekt, aber so manches, was früher für Kopfzerbrechen und Schweißausbrüche gesorgt hat, lässt sich heute mit modernen digitalen Technologien elegant und komfortabel lösen. Dazu zählen gerade im Gebäudesegment die sich stark verändernden Anforderungen an Zweckbauten, die sich durch Klimawandel und steigende Energieverbräuche noch verschärft haben.

mehr lesen

Sicherheit mit System

Die europäische Maschinenrichtlinie fordert jeden Konstrukteur dazu auf, durch sein Maschinendesign das Risiko für Leib und Leben, das von der Maschine ausgeht, auf ein akzeptables Maß zu senken. In der Praxis bedeutet dies, möglichst wenig Zugänge zu den gefährlichen Komponenten oder Prozessen zuzulassen und die unumgänglich verbleibenden Zugänge durch technische Schutzmaßnahmen abzusichern. Welche Rolle dabei die elektrische Reihenschaltung von Sicherheitskontakten einnimmt, erläutert der vorliegende Beitrag.

mehr lesen

In.Stand Digital: Wissenstransfer in besonderen Zeiten

Instandhalter und Serviceingenieure suchen nach Produkten und Lösungen, die sie bei ihren aktuellen Herausforderungen bestmöglich unterstützen können. Dabei ist Wissen gefragt, das im persönlichen Austausch, bei Fachvorträgen, durch Seminare oder in Podiumsdiskussionen vermittelt werden kann. All dies bietet die In.Stand Digital am 21. und 22. Oktober 2020 auf einer Online-Plattform mit virtuellen Messeständen und Live-Programm. 

mehr lesen

Duale Fernverwaltungslösung für IoT-Geräte

Das exponentielle Wachstum von IoT-Geräten führt dazu, dass eine große Anzahl von verbundenen Geräten, auf die an weit verstreuten und entfernten Standorten möglicherweise nur schwer zugegriffen werden kann, effektiv verwaltet und überwacht werden müssen.

Partnerschaft für Cybersicherheit

Schneider Electric hat eine strategische Partnerschaft mit dem Cybersicherheits-Unternehmen Fortinet gestartet, um den Sicherheitsansprüchen von OT-Netzen besser gerecht zu werden.

Cybersicherheit in der Quantentechnologie

Quantencomputer versprechen die Grenzen der Recheneffizienz stark zu erweitern und damit Probleme zu lösen, mit denen heutige Systeme überfordert sind.

Daten werden mehrheitlich für einfache Analysen eingesetzt

85 Prozent der Unternehmen sehen große Bedeutung von Daten für ihr Geschäft, wie eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt. Eine gesetzliche Verpflichtung zum Datenaustausch erweist sich demnach als nicht hilfreich, um die Nutzung von Daten zu erleichtern.

Erstes Maintenance-Update abgeschlossen

Die Digitalisierung und Industrie 4.0 prägen derzeit neue Anforderungen an die Automatisierung. Profibus & Profinet International (PI) stellt sich seit Beginn neuen Anforderungen und arbeitet daran, diese in ihren Technologien zu erfüllen.

Siemens und SAP arbeiten an gemeinsamen Lösungen

Im Rahmen der neuen Partnerschaft von Siemens und SAP wollen beide Unternehmen ihre Branchenkompetenz nutzen und ihre sich ergänzenden Softwarelösungen für Product Lifecycle, Supply Chain und Asset Management kombinieren.